Fahrten in die Natur mit inaktiven Mitgliedern unserer AG

AG Parchim
AG Parchim
Foto: Deutsche Rheuma-Liga MV
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AG Parchim
Foto: Deutsche Rheuma-Liga MV
Mit diesen Zeilen wollen wir allen Arbeitsgemeinschaften Anregungen geben, immobile Mitglieder besser in die Selbsthilfegruppe zu integrieren.

Unser Anliegen war und ist - Keiner wird allein gelassen -.

Im Herbst 2015 führten wir eine Wanderung im Parchimer Stadtwald - Sonnenberg - durch.

In Auswertung dieser Wandererlebnisse bedauerten viele Mitglieder nicht teilnehmen zu können. Sie sind auf Hilfsmittel wie Gehhilfen, Rollator oder aktive Unterstützung (einhaken beim Nebenmann – wegen der Angst zu fallen) angewiesen.

Somit reifte der Gedanke mit diesen Mitgliedern Fahrten durchzuführen und ihnen Natur, Sagen und Geschichten aus der Umgebung von Parchim näher zu bringen.

In Vorbereitung der Fahrten wurde die Mitgliederliste noch einmal gründlich durchgesehen. Dabei kam uns die Idee auch inaktive Mitglieder unserer AG für eine Teilnahme zu gewinnen. Diese waren dann hoch erfreut eingeladen zu werden und so wieder einen Teil von Parchim kennen zu lernen, den sie alleine nicht mehr besuchen konnten.

Unsere AG ist in der glücklichen Lage, dass ein Mitglied bei einem Fahrdienst arbeitet und dort einen Kleinbus für acht Insassen fährt, von Beruf Förster ist und geschichtlich sehr bewandert.

Alles Weitere war dann Organisation. Wir machten ein Projekt aus diesem positiven Anliegen.

Die Fahrdienstfirma genehmigte uns ein Fahrzeug, welches unser Mitglied fuhr und die Krankenkasse förderte unser Projekt „Fahrten in die Natur mit immobilen Mitgliedern“.

Herr Döring war dabei ein treuer Helfer. Er unterstützte beim Ein-und Aussteigen, soweit es nötig war. Alle Teilnehmer erhielten Erinnerungsfotos, um an diese erlebnisreichen Stunden noch weiterhin zu denken.

2016 und 2017 führten wir je fünf Fahrten im Frühjahr bzw. Herbst durch.

Eines der Ausflugsziele war der Sonnenberg, ein Teil des Parchimer Stadtwaldes.

Hier stehen Europas stärkste Douglasien sowie der sagenträchtige „Breite Stein“.

Eine Vielzahl von weiteren Bäumen wie z. B. Linden, Küstentannen und Lebensbäume zeichnen ebenfalls dieses Waldgebiet aus.

Die Ruhner Berge, der Treptow See, die Stepenitzer Heide waren weitere Höhepunkte.

Die Fahrten wurden mehrmals kurzzeitig unterbrochen, um auf Besonderheiten wie seltene Pflanzen und markante Baumgestalten zu verweisen. Auch an Nadeln und Laubblättern verschiedener Baumarten zu riechen und zu schmecken, weckte das Interesse.

Ein paar Schritte gehen und leichte Bewegungsübungen gehörten stets dazu.

Wir konnten positiv bestätigen, der Natur nahe zu sein motiviert insbesondere die Lebensgeister.

Die Ausflüge endeten stets mit netten Gesprächen bei Kaffee und Kuchen.

 

Im hohen Maße ist für jedes an Rheuma erkrankte Mitglied die aktive Zeit in der Gemeinschaft ein weiterer Schritt zur Krankheitsbewältigung, Ablenkung von den Schmerzen und Belastungen im Alltag sowie neue Möglichkeiten der Selbsthilfe zu erfahren.

Das Projekt wurde ein großer Erfolg. Wir können es allen Arbeitsgemeinschaften empfehlen und stehen für weitere Informationen gern zur Verfügung.

 

Heinz-Detlef Förste
AG Parchim

 


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