Eine Zeit voller Veränderungen

Gespräch mit dem neuen Leiter der AG, Dietmar Burtzlaff

Es ist ein verrücktes Jahr zu Ende gegangen, dieses 2020. Das Leben mit Covid-19 ist schon fast zur Gewohnheit geworden und doch: nein, daran will sich keiner wirklich gewöhnen. Die behördlichen Einschränkungen haben nahezu das Jahresprogramm zum Erliegen gebracht, nur wenige Angebote konnten tatsächlich realisiert werden. Kontakte wurden immer weniger, kamen gar ganz zum Erliegen. Einige Mitglieder vermochten schon nicht mehr an die Rheuma Liga zu glauben. Das beeinflusst auch das ehrenamtliche Engagement, zwei Vorstandsmitglieder schieden aus.

Auch 2021 ist nun schon wieder einen Monat alt. Das Virus ist noch immer da. Aber die Hoffnungen mit dem Impfstoff lassen trotz aller Startprobleme positiver ins Jahr blicken.

Vieles ist in der Gesellschaft im Um- und Aufbruch, so auch in der Rostocker AG.

Wir sprachen darüber mit dem amt. Leiter der AG, Dietmar Burtzlaff.

Was dürfen die Mitglieder der Arbeitsgruppe von Ihrer Leitung 2021 erwarten?

„Ein verlässliches ehrenamtliches Engagement. Mit der Schatzmeisterin Birgit Belosa, Rosemarie Rothenhäuser, Jutta Dieck stehen weiterhin bewährte Leitungsmitglieder im Team zur Verfügung, drei weitere ehrenamtliche engagierte Mitglieder der Arbeitsgruppe wurden in den Vorstand am 19.01.2021 kooptiert, so auch ich. Auch als Mitglied unseres Landesvorstandes und Rostocker war es mehr als eine Pflicht, zur Verfügung zu stehen. Nun eben auch in der Verantwortung des amtierenden Leiters bis zur Bestätigung der nächsten Mitgliederversammlung im Herbst 2021.

Und eine strukturierte, zielführende und ergebnisorientierte Arbeit auf den Tag „X“ hin, den Tag, an dem endlich die Vereinsarbeit ohne größere Einschränkungen wieder möglich sein wird.“

Was passiert denn derzeit diesbezüglich genau?

„Trotz aller Einschränkungen gewährleisten die Leitungsmitglieder im personellen Wechsel die serviceorientierte Sprechstunde in der Geschäftsstelle jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr im Gemeinsamen Haus in Rostock-Evershagen als Anlaufpunkt für alle Mittglieder und Interessierte. Das geht auch unter Einhaltung aller Hygieneregeln, natürlich mit Maske.

Dann haben wir die Mitgliedersituation erörtert. Derzeit haben 633 Mitglieder und 6 Fördermitglieder ihre Heimat in unserer Selbsthilfeorganisation gefunden. Ich sage Ihnen allen ein großes Dankeschön für ihre Treue in diesen Zeiten. 63 % aller Mitglieder sind über 70 Jahre jung. Die Mitglieder sind gleichmäßig in den Stadtteilen wohnansässig, es gibt also keinen Schwerpunkt im Nordwesten unserer Hansestadt. Unsere bisherigen Angebote waren jedoch stark auf den Nordwesten fokussiert. Kurzum: wir haben nicht mehr alle Mitglieder erreicht. Generell aber müssen wir sehr stark in der Mitgliedergewinnung und –pflege unterwegs sein, uns planmäßig verjüngen.

Am 12.02.2021 starten wir eine Mitgliederbefragung aller Mitglieder. Jeder findet in seinem Briefkasten einen Brief von uns vor. Daraus entwickeln sich dann weitere Handlungsfelder, wie z.B. das an den Interessen orientierte Programm für 2021 unter Berücksichtigung des dann real Machbaren: den weiteren Verlauf der Pandemie kann keiner exakt voraussagen. Wir werden flexibel planen.“

Können Sie schon zu den Ideen plaudern?

„Das ist ja gerade das Tolle: die Mitglieder entscheiden mit ihren Bedürfnissen und Wünschen. Da wollen wir den Ergebnissen der Befragung nicht vorgreifen. Eines ist bestimmt sicher: Bewährtes wird sicherlich weiterentwickelt, Neues wird hinzukommen. Und die Angebote sollen für a l l e Mitglieder offen sein. Alles orientiert an den Säulen unserer Ziele der Rheuma Liga, wie Selbsthilfe, Beratung, Bewegung und Begegnung. Die Stabilisierung der Arbeit und Angebote der Selbsthilfegruppen in den Stadtteilen zählt dazu. Sie ist unersetzbar.“

Die Organisation des Funktionstrainings (Warmwasser- und Trockengymnastik) ist Ende des vergangenen Jahres in die Hände der Landesgeschäftsstelle, Am Warnowufer 23 in Rostock gegeben worden. Nicht alle haben das verstanden. Was waren die Gründe?

„Diese Organisationsarbeit ist absolut umfangreich und zeitraubend. Für das Ehrenamt ist das schon fast eine Überforderung. Bedenken Sie bitte: derzeit gibt es in unserer AG 14 Trockengymnastikgruppen mit 153 Plätzen und weitere 35 Warmwassergymnastikgruppen mit 508 Plätzen. Wöchentlich sind also 724 Betroffene unterwegs, um diese Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Jede kleinste organisatorische Veränderung ist mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden. Im ganzen Bundesland haben wir nun eine einheitliche Vorgehensweise: in der Landesgeschäftsstelle wird das professionell abgesichert und wir haben in den AG´en mehr Zeit für das Ehrenamt, für die Beratung zum Beispiel. Derzeit allerdings sind die tatsächlichen Aktivitäten aufgrund der Pandemielage stark begrenzt. Wir hoffen auf ein baldiges „Go“.

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