35 Jahre Elternkreis rheumakranke Kinder

Mecklenburg-Vorpommern

35 Jahre Hoffnung, Zusammenhalt und gelebte Selbsthilfe

Wenn man selbst oder das eigene Kind an einer rheumatischen Erkrankung leidet, verändert sich das Leben von einem Tag auf den anderen. Plötzlich bestimmen Arzttermine, Therapien, Krankenhausaufenthalte und viele offene Fragen den Alltag. Man sucht nach Antworten, nach Orientierung und vor allem nach Menschen, die verstehen, was man durchlebt.

Genau deshalb bedeuten 35 Jahre Elternkreis rheumakranke Kinder Mecklenburg-Vorpommern weit mehr als ein Jubiläum. Sie stehen für 35 Jahre gelebte Menschlichkeit, für gegenseitige Unterstützung und für eine Gemeinschaft, die Generationen von Familien begleitet hat.

Als betroffener Mensch weiß ich, wie wichtig diese Arbeit ist. Wer die Unsicherheit einer Diagnose erlebt hat, die Sorgen um die Zukunft kennt oder die Schmerzen eines Kindes miterlebt, versteht schnell, dass medizinische Versorgung allein nicht ausreicht. Ärzte können behandeln, Therapeuten können unterstützen, doch die Kraft der Selbsthilfe entsteht dort, wo Menschen ihre Erfahrungen teilen, einander zuhören und Mut machen.

Vor 35 Jahren schlossen sich engagierte Familien zusammen, weil sie nicht länger allein kämpfen wollten. Aus persönlichen Sorgen entstand eine Gemeinschaft, die bis heute Familien auffängt, stärkt und begleitet. Menschen wie Frau Sikora, Familie Schwarz, Familie Darmann, Familie Kapanke und viele weitere Gründungsmitglieder haben mit großem persönlichen Einsatz etwas geschaffen, das bis heute unverzichtbar ist. Dafür gebührt ihnen großer Respekt und tiefer Dank.

In diesen 35 Jahren hat sich vieles verändert. Medizinische Möglichkeiten haben sich weiterentwickelt, neue Therapien wurden verfügbar und die Aufmerksamkeit für rheumatische Erkrankungen bei Kindern ist gewachsen. Doch vieles bleibt auch heute eine Herausforderung. Noch immer fehlen Fachärztinnen und Fachärzte. Noch immer sind lange Anfahrtswege und Wartezeiten Realität vieler Familien. Noch immer müssen Eltern oft selbst zu Experten für die Erkrankung ihrer Kinder werden.

Gerade deshalb ist die enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Therapeuten und der Selbsthilfe von unschätzbarem Wert. Sie bildet eine Brücke zwischen medizinischer Versorgung und dem alltäglichen Leben mit der Erkrankung. Während die Fachkräfte ihr medizinisches Wissen einbringen, vermittelt die Selbsthilfe Erfahrungen, Verständnis und praktische Unterstützung. Erst dieses Zusammenspiel schafft eine ganzheitliche Begleitung für betroffene Kinder und ihre Familien.

Das 35jährige Jubiläum hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und wertvoll diese Gemeinschaft bis heute ist.

Die Festveranstaltung war geprägt von großer Dankbarkeit und vielen bewegenden Momenten. In Gesprächen, Erinnerungen und persönlichen Begegnungen wurde deutlich, wie viele Menschen der Elternkreis in den vergangenen Jahrzehnten begleitet hat. Viele Familien blickten zurück auf schwierige Zeiten, aber auch auf die Kraft, die sie aus der Gemeinschaft schöpfen konnten. Es waren Momente voller Emotionen, die zeigten, dass hinter jeder Geschichte Menschen stehen, die Herausforderungen gemeistert und niemals aufgegeben haben.

Besonders berührend war der gemeinsame Nachmittag, an dem Kinder, Jugendliche, Eltern und Wegbegleiter zusammenkamen. Beim Bastelworkshop entstanden nicht nur kreative Kunstwerke, sondern auch neue Begegnungen und Freundschaften. Beim Sport standen Freude, Bewegung und gemeinsames Erleben im Mittelpunkt. Für viele Kinder war es ein besonderes Gefühl, einfach Kind sein zu dürfen und einen Tag voller Spaß und Unbeschwertheit zu erleben.

Zwischen Bastelangeboten, Aktivitäten und gemeinsamen Gesprächen entstand eine Atmosphäre, die den eigentlichen Wert der Selbsthilfe sichtbar machte. Es wurde gelacht, erzählt, erinnert und zugehört. In gemütlicher Runde wurden Erfahrungen ausgetauscht, Sorgen geteilt und Hoffnungen weitergegeben. Gerade diese persönlichen Gespräche sind oft die Momente, die lange in Erinnerung bleiben. Sie zeigen, dass niemand seinen Weg allein gehen muss.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war die Schatzsuche mit Schnitzeljagd. Mit leuchtenden Augen machten sich die Kinder auf den Weg, lösten gemeinsam Aufgaben, suchten Hinweise und fieberten dem Ziel entgegen. Dabei ging es um weit mehr als das Finden eines Schatzes. Es ging um Teamgeist, Zusammenhalt und das gemeinsame Erleben von Erfolg. Die Freude, die Begeisterung und das strahlende Lachen der Kinder machten deutlich, warum sich das Engagement der vergangenen 35 Jahre lohnt. Für einen Moment standen nicht Schmerzen, Therapien oder Erkrankungen im Mittelpunkt, sondern Abenteuer, Gemeinschaft und Kindheit.

Dieses Jubiläum hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Arbeit des Elternkreises weit über die Organisation von Veranstaltungen hinausgeht. Sie schenkt Begegnungen. Sie schafft Vertrauen. Sie gibt Kraft. Sie macht Mut. Und sie zeigt Familien immer wieder: Ihr seid nicht allein.

Mit Blick in die Zukunft bleiben viele Wünsche.

Wir wünschen uns eine wohnortnahe und verlässliche medizinische Versorgung für alle rheumakranken Kinder in Mecklenburg-Vorpommern. Wir wünschen uns ausreichend spezialisierte Kinder- und Jugendrheumatologinnen und -rheumatologen sowie starke therapeutische Netzwerke. Wir wünschen uns eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Praxen, Therapeuten und der Selbsthilfe.

Vor allem aber wünschen wir uns, dass kein Kind und keine Familie den Weg mit dieser Erkrankung allein gehen muss.

Mögen auch die kommenden Jahre geprägt sein von Mitgefühl, Verständnis und Zusammenhalt. Mögen betroffene Kinder die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um ihre Träume zu verwirklichen. Mögen Eltern weiterhin Menschen finden, die zuhören, begleiten und Hoffnung schenken.

35 Jahre Elternkreis rheumakranke Kinder Mecklenburg-Vorpommern sind ein Grund zum Feiern.

Vor allem aber sind sie ein Versprechen für die Zukunft: Dass Gemeinschaft stärker ist als Angst, dass Zusammenhalt Kraft gibt und dass Hoffnung dort wächst, wo Menschen füreinander da sind.

Hier gehts zu den Glückwünschen zum Jubiläum

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