Bienentag in Satow am 2.6.2018

„Einer Imkerin über die Schulter geschaut“ war das Motto eines Tagesausflugs von Mitgliedern des Arbeitskreises 55 + Aktiv/Kreativ am 10. Juni in Satow.

Insgesamt 13 Teilnehmer aus Mecklenburg-Vorpommern und dem benachbarten Schleswig-Holstein hatten sich auf den Weg gemacht, um am Bienenstand von Ina Sakowski einen gemeinsamen Tag zu verbringen. Kennengelernt hatten wir die Biologin und Imkerin auf unserem letzten Seminar in Rerik Ende 2017. Ihr Vortrag, die vielen Anschauungsmaterialien und auch Kostproben zum Thema „Faszination Honigbiene - ihre vielfältigen Produkte und gesundheitliche Bedeutung“ brachten uns auf die Idee, sie zu besuchen.

Neugierig und gespannt kamen wir an einem sehr heißen Sonnabendvormittag im Garten der Imkerin an. Nach der Begrüßung, einem kurzen Kennenlernen und einem kühlen Getränk ging es auch gleich los.

Zuerst schauten wir uns den Aufbau verschiedener „Bienenwohnungen“ an und erfuhren, wie die kleinen fleißigen Tierchen darin leben und welche Arbeitsgeräte ein Imker benötigt. Nach dem „Einkleiden“ gab es noch ein paar wichtige Verhaltensregeln am Bienenstand  und schon begaben sich die ersten 6 „Neu-Imker“ in ihrer Schutzkleidung (Schleier, Jacke und Handschuhe) an die Bienenvölker. Thomas, unser „mutiger Fotograf“ entschied, dass er ohne Schutzkleidung Bilder machen wollte. So sollte man helle Kleidung und feste Schuhe tragen (der Honig naschende Bär ist braun!), auf duftende Kosmetika verzichten, sich nicht vors Flugloch oder in die Flugbahn stellen, keine hektischen Bewegungen machen oder Erschütterungen verursachen.

Bewaffnet mit verschieden Gerätschaften, wie z.B. dem Smoker, einem Abfeger, Stockmeißel, Spritzflasche und Schwanenfeder, konnte Jeder unter Anleitung der Imkerin verschiedene Tätigkeiten am geöffneten Bienenhaus durchführen. So wurde zunächst der Deckel geöffnet, die Schutzfolie abgezogen und das erste Rähmchen vorsichtig mit dem Stockmeißel aus dem Volk entnommen. Was für ein Gewimmel an Bienen war darauf zu sehen!  Wir alle waren sehr erstaunt, wie ruhig die Völker waren und sich die vielen Bienen auf den Rähmchen geschäftig bewegten. So sahen wir das Eintragen von Nektar und Pollen in die Wachszellen, die Übergabe von Honigtröpfchen von Bienenrüssel zu Bienenrüssel, das Füttern und sogar den Schlupf einer Jungbiene. Auch dicke Drohnen, die nicht stechen können, und sogar eine Königin konnten wir beobachten! Auch war interessant zu sehen, wie exakt und immer gleich jede einzelne der zehntausenden Waben in einem Volk gebaut wird.

Von den nur ca. 1 Monat alt werdenden Arbeitsbienen gibt es an die 50.000, von den nur für den Hochzeitsflug lebenden Drohnen nur wenige Hundert sowie eine einzige Königin im Volk. Letztere wird normalerweise nur 3 Jahre alt, bevor sich durch das Schwärmen von Jungköniginnen neue Bienenvölker bilden. In jedem Bienenstaat herrscht eine perfekte Aufgabenteilung und die einzelnen Mitglieder kommunizieren auf erstaunliche Art und Weise stets so miteinander, dass es dem gesamten Volk immer gut geht.

Für uns alle war es beeindruckend zu erleben, wie viel Wissen und Erfahrung sowie Fleiß für das Imkern erforderlich sind, um die Bienen gesund über das Jahr zu führen und auch Honig ernten zu können. Sehr interessant war auch zu sehen wie andere Bienenprodukte, z.B. Propolis, Pollen und Bienenwachs im Volk gebildet werden. Man sieht jetzt den Wert all dieser Produkte mit ganz anderen Augen, da wir die umfangreichen Arbeiten um das Imker-Handwerk herum hautnah erlebt bzw. kennen gelernt haben.

In einer kleinen Pause gab es frisches Brot und Naturjoghurt mit selbst geerntetem Honig. Dafür hatten wir mit Ina aus einem Bienenvolk Scheibenhonig herausgeholt, den die Bienen in eigens dafür gebauten hellen Wabenzellen eingetragen hatten. Es war einfach nur lecker und alle kauten genüsslich an ihren mit Honig gefüllten Waben.

Die geflügelten Worte vom gelben Gold haben sich für uns an diesem Tag zu einer echten Tatsache entwickelt, besonders als es zum Schluss ans Abfüllen ging. Mit einem Glas frischen Honig traten wir am Nachmittag die Heimfahrt an und behielten so noch eine schmackhafte Erinnerung an diesen Tag.

Vielen Dank noch einmal an alle Unterstützer und fleißigen Helfer, die dieses Seminar möglich machten. Ein ganz besonderes Lob geht jedoch an Ina Sakowski, die uns mit der Möglichkeit „Einer Imkerin über die Schulter zu schauen“ einen erlebnisreichen und sehr informativen Tag ermöglichte.   DANKE dafür!

Katrin & Thomas Hofmann

 


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