Deutsche Rheuma-Liga
 
Was ist der Elternkreis

Sich mit der Tatsache abzufinden, dass mein Kind an einer chronischen Krankheit leidet, ist nicht immer einfach. Damit ergeben sich nicht nur für das betroffene Kind entscheidende Veränderungen. Die ganze Familie, also Eltern und Geschwister, müssen sich auf die neue Situation einstellen. Das ist nicht immer einfach. Längst geschmiedete Pläne müssen fallen gelassen oder neu angepackt werden. Im Interesse jedes Familienmitgliedes sollten gleich von Anfang an alle mit einbezogen werden, denn nur gemeinsam kann man etwas erreichen.
 
Seit 1991 gibt es den Elternkreis "Rheumakranke Kinder" des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind eine Gruppe von Eltern, von denen einige schon länger, andere aber auch erst seit kurzem mit dieser Tatsache leben und akzeptieren mussten, dass unsere Kinder von einer chronischen Erkrankung betroffen sind. Das ist jedem von uns nicht leicht gefallen. Wir treffen uns zum persönlichen Erfahrungsaustausch, telefonieren miteinander, um Fragen schnell zu klären oder um nur einmal zu hören, wie es den anderen Kindern geht. Wir treffen  uns einmal im Jahr zu einem gemeinsamen Wochenende, um die Krankheitsbewältigung zu thematisieren.
Schon lange vor den Terminen freuen sich die Kinder auf:
 
-          gemeinsame Spaziergänge,
-          gemeinsame Spiele,
-          aber auch darauf, Ablenkung von der Krankheit zu erfahren.
 
Wir Eltern setzen uns dann in Seminaren mit verschiedenen Fragen auseinander.
Dazu werden Fachleute, Ärzte, Therapeuten und Psychologen eingeladen, damit alle Eltern "Fachleute" für ihre Kinder werden.
 
Da wir eine landesweite Gruppe sind, treffen wir uns 6-mal im Jahr, an verschiedenen Orten des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Dort nutzen wir die Gelegenheit und sehen uns die bekanntesten Sehenswürdigkeiten unseres Bundeslandes an. Bei gemeinsamen Veranstaltungen führen wir den notwendigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch weiter.
 
Im Laufe der Jahre haben wir Betroffenenberichte und Fotos zusammengetragen, so dass mittlerweile eine Wanderausstellung entstanden ist. Dabei geht es darum, die Probleme der rheumatischen Erkrankungen im Kindesalter bekanntzumachen.
Immer wieder werden die Eltern mit dem Satz "Rheuma ist eine Erkrankung der Alten" konfrontiert. Leider stimmt das in keiner Weise!
 
Wir müssen auf uns aufmerksam machen, denn die Erkennung der Erkrankung zum frühestmöglichen Zeitpunkt ist ausschlaggebend für den Verlauf sowie für den Lebens- und Leidensweg der Kinder. Wenn schnell geholfen werden kann, muss es nicht zur Deformierung der Gelenke kommen!
 
Leider ist die Arbeit in einer Selbsthilfeorganisation von Spenden, wie finanziellen, materiellen und anderen Zuwendungen, sowie dem freiwilligen Engagement abhängig. Darum: seid stark für Eure betroffenen Kinder und setzt Euch mit der Thematik aktiv auseinander! Wir bieten Euch unsere Hilfe an.



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