10 Jahre in der Rheuma-Liga Demmin

 

Im Jahre 2005 erkrankte ich an Rheuma und musste ins Demminer Krankenhaus in die Rheumastation. Ich bekam Hilfe und musste mich erst mal mit dieser Krankheit bekannt machen. Frau Dr. Musatkina und Frau Dr. Benkenstein sowie viele nette Schwestern halfen mir dabei. Auf dem Flur der Rheumastation hing eine Wandzeitung von der Rheuma-Liga. Mein Interesse war geweckt. Ich erkundigte mich bei der damaligen Leiterin, Frau Jacobs, und erhielt einen Aufnahmeantrag. Nun bin ich schon gute 10 Jahre Mitglied. Dieser Schritt war richtig, denn auf diesem Wege kommt man aus der Isolation heraus und kann in einen Erfahrungsaustausch mit Betroffenen treten, die auch rheumakrank sind. Ich denke an viele schöne Veranstaltungen der Rheuma-Liga zurück. Meistens fanden sie im Demminer Krankenhaus statt. Die Räume (Konferenzraum und Speisehalle) wurden uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gab interessante Vorträge. Unvergesslich sind die schönen Weihnachts- und Frühlingsfeiern mit Akkordeonmusik und Kuchen, den die Frauen gebacken haben. Kreatives Gestalten stand auch auf den Jahresplänen. Wir haben mit der Serviettentechnik gearbeitet, Perlenbäumchen herstellt und Oster- und Weihnachtskarten gebastelt. Erstaunlich, wie kreativ kranke Menschen sein können! Es herrschte stets eine fröhliche Atmosphäre und alle gaben sich große Mühe. Es wurden Ausflüge und Dampferfahrten unternommen (Münster und Rehaklinik in Bad Doberan, Heiligendamm, Schloss Schwerin u.a.). Ich wollte auch ein wenig helfen und habe die AG nach Loitz eingeladen. Nachdem 17 Gäste unsere kleine Stadt kennengelernt hatten, wünschten sie sich eine Wiederholung. Also gab es eine 2. Einladung. Dieses Treffen wurde von Frau Klaffke und mir organisiert und hat wieder allen gut gefallen. In der letzten Zeit konnte ich an vielen Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen. Um mit der AG verbunden zu bleiben, habe ich die Aufgabe übernommen, für die Geburtstagskinder der AG Karten zu basteln und zu schreiben. Die Blumenschecks für die runden Geburtstage bekomme ich von der AG. So kann ich noch ein wenig nützlich sein und die Verbindung halten. Ich wohne inzwischen im betreuten Wohnen, da mein Mann auf einen Rollstuhl angewiesen ist und viel Hilfe braucht. Ich kann nur noch selten nach Demmin fahren. Abschließend möchte ich sagen, dass ich die 10 Jahre nicht missen möchte, denn ich habe mich in der Gemeinschaft sehr wohl gefühlt. Ich schließe meinen Bericht mit einem Ausspruch von Goethe:

„Die Welt so leer, wenn man nur Berge, Flüsse und Städte darin denkt; aber hie und da jemand zu wissen, der mit uns übereinstimmt, mit dem wir auch stillschweigend fortleben, macht uns dieses Erdenrund erst zu einem bewohnten Garten.“

 

Gudrun Holtz

AG Demmin

 

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