20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Güstrow der Deutschen Rheuma-Liga


Foto: AG Guestrow
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Foto: AG Guestrow

20 Jahre Arbeitsgemeinschaft Güstrow der Deutschen Rheuma-Liga

Die Deutsche Rheuma-Liga ist eine Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung rheumakranker Menschen. In vielen Städten der Bundesrepublik finden sich Betroffene zu Arbeitsgemeinschaften zusammen, so auch in Güstrow. Hier werden gegenwärtig 95 Mitglieder in mehreren Gruppen, z. B. in der Wassergymnastik oder in einer Bastelgruppe, mit dem Ziel betreut, die Auswirkungen der rheumatischen Beschwerden zu lindern. Zwei Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder bei einem medizinischen Vortrag und tauschen anschließend bei Kaffee und Kuchen Erfahrungen aus. Den Abschluss eines Kalenderjahres bildet eine gemeinsame Weihnachtsfeier.

In diesem Jahr nun feiert die Arbeitsgemeinschaft ihren 20. Geburtstag. Dieses Jubiläum stellt den Höhepunkt in der bisherigen Arbeit dar, so dass auf Wunsch der Mitglieder eine Tagesfahrt in den Spreewald unternommen wurde.

Schon früh am Morgen ging es los. Während der Fahrt hielt Frau Renate Brandt, Mitglied der AG und selbst Malerin, einen eindrucksvollen Vortrag über ihr Vorbild Pierre-Auguste Renoir. Der impressionistische Maler war an Rheuma erkrankt - fasziniert von der Malerei gab er aber nicht auf. Da es zu seiner Zeit noch keine wirksamen Medikamente gab, ertrug er große Schmerzen und war auf fremde Hilfe angewiesen. Als er den Pinsel aufgrund der Erkrankung nicht mehr halten konnte, ließ er ihn an seinen Handgelenken festbinden, um seiner Leidenschaft weiter nachgehen zu können. Sein Lebenswerk umfasst fast 6.000 Bilder, jedoch spiegelt sich in keinem Einzigen sein trauriger Zustand wider. Frau Brandt hatte zu dem Vortrag eine Broschüre erarbeitet und stellte darin die Frage, was wir Rheumakranke von Renoir lernen könnten und ob es möglich wäre, ein erfülltes Leben mit einer chronischen Krankheit zu führen. Sie unterstrich, dass Hobbys, Erfolgserlebnisse und soziale Kontakte für ein Leben mit der Erkrankung sehr wichtig sind.

Nach einem gemeinsamen leckeren Mittag fuhren wir mit einem Minizug durch Lübbenau und besichtigten das kleine Spreewaldstädtchen. Anschließend unternahm die Gruppe eine Kahnfahrt zum Spreewalddorf Lehde. Die üppige Vegetation am Ufer der Spree, die kargen Wiesen, die einmaligen Wohn- und Lebensbedingungen der Dorfbewohner und nicht zuletzt die launigen Erzählungen des Skippers hinterließen bei allen einen bleibenden Eindruck. Zum Kaffee gab es traditionelle Hefeplinsen mit Apfelmus und Sahne. Anschließend ging es per Boot die Strecke zurück, da unser Bus uns schon erwartete. Zurück in Güstrow am späten Abend waren sich alle Teilnehmer einig, dass es ein sehr schöner, unvergesslicher Tag mit vielen bleibenden Eindrücken war - einer Geburtstagsfeier würdig.

Unterstützt wurde die Fahrt von der AOK-Projektförderung, wofür die Teilnehmer herzlich danken. Danke auch an unseren AG-Leiter Stephan Broszies für die ausgezeichnete Organisation.

Sabine Stiegler

AG Güstrow

 

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