Für alle, die nicht dabei sein konnten,

ein Resümee des Seminars „Leben mit Rheuma: Alltag – Beruf – Familie“
vom 03. - 07.10.2017 in Rerik

Die eigene Rheuma-Erkrankung akzeptieren und die nötige Balance zwischen Belastung und Ruhe finden ist nicht immer einfach. Es gibt keine Patentrezepte. Eines steht jedoch fest: der Antrieb zum Bewältigen der eigenen rheumatischen Beschwerden muss vom Patienten ausgehen und langfristig kann niemand vor den Auswirkungen der Erkrankung davonlaufen.

Insgesamt 15 Teilnehmer des o.g. Seminars folgten der Einladung von „35+“, um sich gegenseitig zu motivieren, um Rat zu erfragen oder aus den Erlebnissen anderer zu lernen, gemeinsam lachen, spielen oder in Erinnerungen zu schwelgen. Ein bunter Strauß von praktischen Übungen, Informationen und Neuigkeiten wurde vorher durch die Organisatoren gepflückt und in Rerik zur Verfügung gestellt.

So der erste Vortrag über Gelenkschutz und Hilfsmitteleinsatz mit Frau Helga Engel und Frau Silke Schultz. Im Alltag stehen Menschen mit Rheumatoider Arthritis u.a. aufgrund von Bewegungseinschränkungen, Kraftlosigkeit und Schmerzen in den Gelenken oft vor Herausforderungen – insbesondere dann, wenn die Hände betroffen sind. Einfache Aufgaben können sehr schwierig werden. Für solche Situationen gibt es eine Vielzahl von Hilfsmittel sowie Tipps und Tricks. In einer praktischen Stunde geizten die Referentinnen nicht mit Mustern und aktuellen Produkten, um die vielen Möglichkeiten zu veranschaulichen. Es wurde ausgiebig probiert, für gut befunden oder auch verworfen. An die Industrie: nicht alles, was auf dem Markt ist, kann Verwendung finden. Aber das wissen wir ja schon lange.

Im Gegensatz dazu: unsere Honigbiene. Sie und die Bienenprodukte sowie deren medizinische Anwendung und gesundheitliche Bedeutung (Vortrag mit Frau Dipl.-Biologin I. Sakowski) sind unumstritten und waren deshalb ebenfalls ein Schwerpunkt der Seminarreihe. Viele wussten bereits, dass dem Honig in Deutschland keine honigfremden Stoffe zugesetzt und keine honigeigenen Stoffe entzogen werden dürfen. Das Ergebnis ist „Echter Deutscher Honig“: Rapshonig, Lindenhonig, Akazienhonig, Waldhonig, u.a.. Strenge Kontrollen des Deutschen Imkerbundes e.V. garantieren eine kontrollierte Qualität. Nur besonders schonend behandelter Honig darf das Gütezeichen „Echter Deutscher Honig“ tragen und die verschiedensten, von Frau Sakowski hergestellte Proben, wurden gleich vor Ort verkostet. Neu für viele: Propolis, Bienenkittharz, Kittharz oder Kittwachs genannt, ist eine von Bienen hergestellte harzartige Masse mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung. Propolis findet Anwendung in vielen medizinischen Produkten. Sie ist ein natürliches Antibiotikum, da sie entzündungshemmend wirkt und das Immunsystem stärkt.

Riechen, schmecken, sehen, fühlen und so mit allen Sinnen genießen - ein wunderbarer Nachmittag, deren Vorbereitung sehr aufwendig für die Referentin war.

Der kommende Tag war erfüllt von Übungen, die der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses in Körper, Geist und Seele dienten. Frau Dr. P. Poschmann (seit vielen Jahren eine exzellente Partnerin der Rheumaliga) vermittelte dazu Atemübungen, Körper- und Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen. Aus Sicht der Traditionellen Medizin (TCM) bewirken alle Bewegen einen mehr oder weniger intensiven Energiefluss in unseren Meridianen. Die Meridiane sind einem Autobahnnetz gleich, im ganzen Körper verteilt und befördern die Energie, die in uns ist oder die wir erzeugen.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Qigong bei diesen und jenen Beschwerden hilft, muss gesagt werden, dass immer nur vorbeugende Arbeit geleistet werden kann. Sie wird durch das Verstehen der Prinzipien durch den Übenden selbst verstärkt und führt zu einem bewussteren Verhalten in allen Lebenslagen. Vorhandene Probleme obliegen immer noch der Behandlung durch Ärzte oder Therapeuten.

Fit im Körper und Geist sollten nochmals Schwerpunkte mit Frau H. Engel werden. Übungen zur Stärkung der Muskulatur (im Turnraum und auch bei der Wassergymnastik) sowie der Hirnzellen bei praktischen Übungen zum Thema ganzheitliches Gedächtnistraining war willkommen und diese aktive Teilnahme bescherte den Teilnehmern sehr viel Spaß und herzliches Lachen.

In der Abschlussrunde wurde das Seminar durchweg als „sehr wertvoll“ bewertet und den „Machern“ der 35+, die übrigens den 15. Geburtstag der Gruppe feierten, Frau Katrin und Herrn Thomas Hofmann sowie René Witt herzlich gedankt. Durch ihr Engagement wurde auch dieses Seminar zu einem Gemeinschaftserleben, wobei Selbstvertrauen, Lebensmut, eine verbesserte Körperwahrnehmung und letztendlich das Gefühl, etwas für sich selbst zu tun, im Mittelpunkt standen.

Wir laden alle ein, aktiv und selbstbewusst am Leben teilzunehmen. Spaß, Kreativität und Frohsinn sind bessere Gesellen als Selbstmitleid.

Herzlichst
Viola Bruhn

 

 

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