Rheumatiker haben wieder was dazugelernt


Foto: Thomas Hofmann
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Foto: Lothar Schellenbach

 

 

Am 8.09.2012 fand der „Tag der offenen Tür des Arbeitskreises 35+ der Rheuma-Liga M-V“ statt.

Ein bisschen enttäuscht waren die Organisatoren schon, dass nicht so richtig viele Teilnehmer da waren. Aber für die, die da waren, war es nicht nur sehr interessant, sondern auch entspannend und überaus sportlich. Aber der Reihe nach!

Es freute uns sehr, dass wie gewohnt der allseits beliebte Altmeister der Rostocker Rheumatologie, unser Prof. Dr. Keysser, einen Fachvortrag hielt. Eingangs richtete Prof. Keysser Grüße von Professor Kneitz aus, den er kurzerhand dazu überredet hatte, diesmal zu Hause seine „Schularbeiten“, die sich sehr angehäuft hatten, zu bearbeiten. Wir hatten Verständnis dafür und senden an dieser Stelle herzliche Grüße an ihn.

Prof. Keysser referierte über die Inflation des Rationalen sowie die Inflation des Irrationalen. Wir erfuhren sehr viel über Angebote, die einer wissenschaftlichen Grundlage entbehren bzw. keinen wissenschaftlichen Nachweis ihrer Wirkung erbringen können. Manche Patienten erklärten dem Professor, dass sie keine „Chemie“ möchten. Er verwies dann darauf, dass die Extrakte, die den Pflanzen (z. B. Herbstzeitlose, Fingerhut…) entnommen wurden, chemische Substanzen sind. Schelmisch fragte er nach, ob denn in der Polytechnischen Oberschule seinerzeit nicht richtig aufgepasst oder es schon vergessen wurde – eine Prise Humor muss immer mal sein.

Anzustreben ist die Komplementärmedizin, d. h. die Kombination von Schul- und Naturmedizin. Medizinisch fundierte Diagnostik ist in jedem Fall unentbehrlich und sollte schnellstens erfolgen. Sonst geht kostbare Zeit verloren.

Es sprengt den Rahmen dieses Artikels, wenn ich über all die Mittelchen und Anwendungen ohne wissenschaftlichen Nachweis berichten würde, die Prof. Keysser erläuterte. Kommen Sie nächstes Mal einfach selber – Sie werden es nicht bereuen! Jedenfalls sind wir sehr erstaunt zu erfahren, welche Ergebnisse mit Probanden erzielt wurden, die Placebos erhielten. Ja, Glaube versetzt auch heute noch Berge! Schon das Vertrauen darauf, dass einem geholfen wird, wirkt. Also seien Sie ruhig immer Optimist. Und es ist wissenschaftlich nachgewiesen: wenn der Patient nicht mithilft, kann die beste Medizin nicht richtig wirken.

Ausführlich erläuterte Prof. Keysser, dass z.B. in der Homöopathie gelehrt wird, dass Gleiches mit Gleichem bekämpft werden sollte. Dazu erläuterte er die Methode, die aus Schütteln und Verdünnen und wieder Schütteln usw. besteht. Zum Schluss hat man praktisch die Verdünnung der Verdünnung und fragt sich, was da denn noch wirken soll. Über den Cartoon, der darstellt, wie man erfolgreich auf Hasenjagd geht – Gleiches mit Gleichem – müssen wir herzlich lachen. Und dann geht es weiter mit Akupunktur, Schüßler-Salzen und allerlei Geldschneiderei, denen Patienten zum Opfer fallen, die gutgläubig sind oder nach dem letzten Strohhalm greifen, von dem andere profitieren. Jeder ist etwas klüger und nachdenklicher geworden. Wir danken Herrn Prof. Dr. Keysser für seinen Vortrag.

Nach ausführlicher Stärkung mit leckerem Kürbis- und Brokkolisüppchen und diversen anderen, liebevoll zubereiteten kulinarischen Häppchen widmeten wir uns dann aktiv der Ergotherapie, den Entspannungsübungen, dem Walking und dem Line Dance. Das hat uns alle ordentlich

gefordert, aber auch viel Spaß gemacht. Und dafür wurden wir dann auch noch richtig belohnt. Es gab nämlich eine große Lotterie, wo jeder mehrere Preise abräumte. Da gingen die glücklichen Gewinner mit Therapiematten, Regenschirmen, Sporttaschen, Küchenhelfern, Spielen aller Art und sonstigen schönen Dingen nach Hause.

Es war ein lehrreicher, sportlicher und schöner Tag. Allen Organisatoren, vor und hinter den Kulissen, sei erneut herzlich gedankt und – bleiben Sie alle schön gesund bis zum nächsten Mal – das wünscht Ihnen allen

Monika Kröger.

 

 

Kommentare

Am 30.10.2012 12:13 Uhr schrieb René Witt
Moin liebe Monika, ein liebes Dankeschön für die lieben Worte, diese Rückmeldung macht die weitere Arbeit leichter und lassen die Schwierigkeiten vergessen. Natürlich hoffen die Ansprechpartner und ich auf bessere Annahme in den nächsten 10 Jahren! Bis denne René

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