Welt-QiGongspiele in Den Haag im September 2017

Wer hätte das gedacht, als wir 2013 mit QiGong in Teterow begannen. 10 TeilnehmerInnen begannen - und ich möchte nicht wissen wie viel graue Haare wir unserer wunderbaren Trainerin Dr. Petra Poschmann brachten. Sie hat wirklich immer Geduld mit uns, korrigiert sanft und erst einmal ist alles schon sehr gut, bevor dann doch die eine und andere leichte Korrektur kommt. Doch der Reihe nach.

Qi Gong ist eine Art, beweglich und gesund zu werden oder zu bleiben. Es ist eine Möglichkeit Körper, Seele und Geist zu stärken, beweglich und in Einklang zu halten. Fast alle, die von Anfang an dabei waren, bestätigen das. In Den Haag traten wir mit „Liu Zi Jue“ an - den sechs Heillauten für Leber, Herz, Milz, Lunge, und die drei Körperhöhlen, die die inneren Organe beherbergen. Die Übungsfolge hilft, Funktion und Energie ins Gleichgewicht zu bringen. Sie besteht aus langsamen, sanften, ausgreifenden und anmutigen Bewegungen - verbunden mit kontrollierter Atmung. Sie reguliert das Aufsteigen und Abfallen des Qi - der Lebensenergie.

Als unsere Trainerin Petra im Frühjahr fragte, ob wir uns vorstellen könnten, bei den Welt-QiGongspielen in Den Haag dabei zu sein, wir - die fast alle ein mehr oder weniger sichtbares Handicap und auch Alter aufweisen, sollten mit Asiaten gemeinsam zu einem Wettstreit antreten. Uns mit Menschen messen, die seit ihrer Kindheit QiGong praktizieren. Das war ziemlich viel Vertrauen, das uns Petra entgegen brachte. Würden wir es erfüllen können? Wer würde mitfahren wollen und können? Leider konnten nicht alle, doch von ihnen erfuhren wir viel Unterstützung. Vor allem unser einziger Mann half uns mit seinen Erfahrungen und technischen Fähigkeiten. Und wir bekamen Unterstützung aus Neubrandenburg.

Wir brauchten ja auch Anzüge und Schuhe - würde das terminlich noch klappen? Die aus dem Internet waren nicht so, wie wir sie uns vorstellten. Wie gut, dass Petra noch einmal nach China musste. Wir bekamen Anzüge und Schuhe, gemeinsam mit einer abenteuerlichen Geschichte, wie Petra alles organisiert hatte. Wir bekamen Sondertraining, übten den Einmarsch, übten alleine und dann war es plötzlich so weit.

Wir fuhren in Etappen, es kam noch eine Rostocker Gruppe dazu. Die offizielle Eröffnung vor dem Europäischen Gerichtshof war ein besonderes Erlebnis! Ca. 250 Menschen praktizieren die gleiche Übungsfolge mit Musik und im Beisein von hochgestellten Personen.

Dann wieder trainieren - allein oder in der Gruppe. Und dann der Wettkampf! Auf einmal schien alles asiatisch zu sein. Wir kamen uns verloren vor - und dann war es soweit! Hatten wir nicht alles vergessen? Wie war das? Und das? Dann setzte die Musik ein - Petra,  unser Fels in der Brandung riss uns mit. Sechs hochkonzentrierte Minuten begannen - Schluss - Warten - Verbeugung - Warten und Abmarsch. Wir waren froh. Wir hatten es geschafft!

Es hieß,  wir hätten eine Platzierung! Es hieß, wir hätten keine Platzierung. Es hieß, wir hätten doch eine Platzierung - den 2. Platz! Jetzt aber schnell. Eine von uns hatte sich schon wieder umgezogen - noch mal retour. Und dann bekamen wir einen Pokal!! Wir Oldies aus Teterow - mittenmang der Asiaten - wer hätte das gedacht.

Die Abschlussfeier war laut - launig - lustig, wir fühlten uns wohl!

Wir danken allen, die uns unterstützten: die OstseeSparkasse, den Landesverband MV der Rheuma-Liga und der Siemens Betriebskrankenkasse - nicht zu vergessen unsere Dr. Petra Poschmann!

Ulrike Lindemann

 


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