Teterower Team will in Den Haag den Schmerz besiegen

Petra Poschmann bereitet die Teterower QiGong-Gruppe auf die Weltfestspiele vor.
Petra Poschmann bereitet die Teterower QiGong-Gruppe auf die Weltfestspiele vor.
Foto: SILKE VOSS
Obwohl Rheuma sie quält, stellen sich sechs Teterowerinnen einer großen Konkurrenz bei den QiGong-Weltwettkämpfe

TETEROW. Mit der Schnelligkeit von Truck Racing, wie es das Plakat im Hintergrund des CJD-Raumes anzeigt, hat die davor betriebene Sportart nun wirklich gar nichts gemein. Im Gegenteil, die Bewegungen werden äußerst langsam ausgeführt, wie in Zeitlupe. Konzentration aber ist wie beim Rennen auch beim QiGong vonnöten. Ein lang gedehntes Qi – ausgesprochen Schiii, was soviel wie Lebensenergie bedeutet – murmeln die sechs von der QiGong-Meisterin Petra Poschmann angeleiteten Teilnehmerinnen. Bei den QiGong-Bewegungen und -Atmungen der traditionellen chinesischen Medizin sollen die Organe massiert und gereinigt werden, so dass die Energie im Körper wieder ungehindert ihren Bahnen folgen kann. So könnten sogar Bluthochdruck oder Verdauungsbeschwerden gelindert und ausgemerzt werden, erklärt Petra Poschmann. Das QiGong tut den Teilnehmerinnen, die an Rheuma leiden, gut. „Besser als Pillen schlucken“, sagt etwa eine. Sie können auf diese gesunde Weise ihr Rheuma aufhalten oder sogar lindern.

Und nun reisen die seit einigen Jahren QiGong-praktizierenden Rheuma-Patienten sogar zu Weltmeisterschaften: Zum Weltkongress im Gesundheits-QiGong nach Den Haag (8.-14. September). Das Teterower Team nutzt, dass der Weltkongress dieses Mal quasi direkt vor der Haustür stattfindet, und nicht wie sonst weit weg in Kanada oder China. Das Team wird sich als wahrscheinlich einzige Gruppe mit Handicap präsentieren, und zwar in der sogenannten Disziplin der sechs Heillaute. Die Frauen stellen sich einer großen Konkurrenz, doch es kommt ihnen gar nicht so sehr auf einen Pokal an. Die Neugier, das Dabeisein, das Schauen, was alles möglich ist und was es sonst noch gibt an diesen eleganten Bewegungen sowie das weltoffene Fluidum zu genießen sei maßgeblich für ihre Reise. Petra Poschmann ist stolz auf ihr mutiges Team. „Es einfach zu probieren zeugt doch von Lebensfreude. Wir werden die besten sein, die wir sein können. Allein dadurch können wir gar nicht verlieren.“ Schön, fließend und magisch jedenfalls sehen die Bewegungen aus, die die Teilnehmerinnen in ihrer kühlblau seidenen Wettbewerbskluft vollführen. Infolge der gemeinsamen Bewegungen breitet sich wie eine Schwingung wache und liebevolle Energie im Sondertrainingsraum aus. Der Mut der Damen wird überdies angefacht durch viele Unterstützer: Sponsoren haben beispielsweise die Wettkampfkleidung finanziert, die Rheuma-Liga stellt ein Reiseauto zur Verfügung, erklärt Teilnehmerin Ulrike Lindemann. Und nicht zuletzt feuert auch der Stolz des Enkels eine Großmutter im Team an, die ja immerhin bei Weltfestspielen ihren Auftritt hat!

Von Silke Voß

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s.voss@nordkurier.de

 

 

 


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